• Nur schlank oder schon krank?

    So unterschiedlich können Essstörungen aussehen.

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Essstörungen: Nur schlank oder schon krank?

Viele junge Mädchen sind nicht hundertprozentig zufrieden mit ihrem Körper bzw. ihrem Gewicht und eifern – gerade in Zeiten von Social Media – einem ungesunden Schönheitsideal nach. Aber das kann schlimme Folgen haben.

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Was mit einer scheinbar harmlosen Diät beginnt, kann schnell zu einer ernsthaften Essstörung führen, wie das Beispiel von der Instagramerin Alexis Rem zeigt. Es spricht nichts dagegen, die Ernährung bewusst umzustellen oder mal einen Obst- bzw. Gemüsetag einzulegen. Allerdings solltest Du niemals versuchen, nur noch möglichst wenig zu essen oder absichtlich zu hungern. Regelmäßige Mahlzeiten sind das A und O für eine gesunde Entwicklung Deines Körpers und es ist einfach die größte Lüge, dass Du „dick" wirst, wenn Du normal isst.

Du solltest Dir immer bewusst sein, dass der Grat zwischen einer Diät und einem nicht mehr ganz normalem Essverhalten sehr schmal ist. Die Angst, dick zu sein, treibt viele Mädchen sogar in die Magersucht (Anorexie). Nach Schätzungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) sind mittlerweile rund 100.000 Menschen betroffen, die meisten von ihnen sind zwischen 14 und 18 Jahren.

Was ist überhaupt Magersucht?

Magersüchtige wollen ihr Gewicht ständig reduzieren, wiegen sich permanent und essen so gut wie gar nichts mehr. Mit der Zeit erleidet der Körper schwere Schäden: die Regel bleibt aus, der Stoffwechsel macht schlapp, Blutdruck und Körpertemperatur sinken.
Die Betroffenen ziehen sich oft in ihre eigene Welt zurück und hungern selbst dann weiter, wenn ihr Zustand schon lebensbedrohlich ist. Die meisten weigern sich, Hilfe anzunehmen und müssen regelrecht dazu gezwungen werden.

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Was versteht man unter Bulimie?

Bulimie ist eine schwere Essstörung. Bei der Ess-Brech-Sucht wechseln sich unkontrollierte Essattacken, Erbrechen und sehr strenge Diätphasen ab. Nach Heißhungerattacken führen die Betroffenen (meist Mädchen und Frauen) Erbrechen herbei. Während eines Heißhungeranfalls stopfen die Betroffen binnen kürzester Zeit (die Essanfälle dauern zwischen 15 Minuten und vier Stunden) mehr als 10.000 Kalorien in sich hinein und erbrechen die Nahrung danach sofort wieder. In der Regel erleiden sie einen solchen Anfall mindestens zweimal pro Woche, manche aber auch täglich. In der Zwischenzeit kontrollieren die meisten Bulimiker ihr Gewicht mit einer strengen Diät und treiben intensiv Sport.
Auch diese Form der Essstörung zerrt am Körper: Herzrhythmusstörungen, Zahnschmelz- und Nierenschäden können die Folge von jahrelanger Bulimie sein.

Was versteht man unter Ess-Sucht?

Ess-Süchtige leben in einem ständigen Auf und Ab von Diäten (planen immer abzunehmen und scheitern dann kläglich). Sie haben das Gefühl von Hunger und Sättigung verloren und essen folglich nicht mehr, um Hunger zu stillen, sondern vielmehr um Bedürfnisse zu befriedigen.
Als Folge entsteht logischerweise meist drastisches Übergewicht, schlimmstenfalls sogar Adipositas (Fettleibigkeit). Außerdem kann starkes Übergewicht zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkleiden, Wirbelsäulenschäden oder Diabetes führen. Auch psychisch sind die Betroffenen meist stark mitgenommen: Ekel, Scham und Schuldgefühle sowie depressive Stimmungsschwankungen und Antriebslosigkeit sind bei dieser Essstörung keine Seltenheit.

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Drunkorexie: Fasten vor dem Trinken

Da Alkohol ja bekanntermaßen sehr viele Kalorien hat, fastet das trinkwütige Völkchen neuerdings tagsüber, um sich abends hemmungslos betrinken zu können. Das kannst Du nicht glauben?
Traurig aber wahr: Laut einer Studie der "National Eating Disorders" in den USA essen unglaubliche 30 Prozent aller Frauen nichts, wenn sie abends ausgiebig feiern möchten. Drunkorexie ist heimtückisch, da die Betroffenen die Wirkung des Alkohols nicht mehr einschätzen können und dann oft ziemlich schnell rappelvoll sind. Außerdem entzieht Alkohol dem Körper sämtliche Vitamine und Mineralien, eine Grundlage ist also notwendig!

Orthorexie: Wenn gesundes Essen zum Zwang wird

Kein Zucker, kein Weißmehl, kein Fast-Food und auf keinen Fall Kaffee! Menschen, die gesunde Ernährung über alles stellen und sich mit fast nichts anderem beschäftigen, leiden an der Zwangsstörung Orthorexie. Sie sind besessen davon, sich gesund zu ernähren. Essen sie dann doch mal was anderes, als ihr strenger Ernährungsplan zulässt, werden sie von heftigen Schuldgefühlen geplagt. Auch wenn Orthorexie bis jetzt nicht als Krankheit anerkannt ist, sehen Mediziner starke Parallelen zu Bulimie oder Anorexie.
Besonders junge Frauen sind von der Zwangsstörung betroffen und leben ihre Ernährung fast schon wie einen Kult oder eine Religion. Das kann so weit gehen, dass sich die Betroffenen nur noch damit beschäftigen, was sie essen dürfen und was nicht. Die Mahlzeiten werden genauestens geplant, meist schon über Tage im Voraus. Neben der Planung verbringen die Betroffenen viel Zeit beim Einkaufen, der Zubereitung und dem Verzehr.

Orthorexie beschäftigt die Betroffenen nicht nur rund um die Uhr, auch begeben sie sich in die Gefahr zu vereinsamen. Mit Freunden gemeinsam zu essen ist unvorstellbar, genauso wie jeder Restaurantbesuch. Langsam aber sicher verlieren die Betroffenen ihren Anschluss an die Außenwelt und beschäftigen sich immer mehr mit gesunder Ernährung. Menschen, die an Orthorexie leiden, steigern durch das extrem disziplinierte Essen oft ihr Selbstwertgefühl und wollen ihre Gesundheit optimieren. Schaffen sie es mal nicht, ihren strengen Ernährungsplan einzuhalten, plagen sie massive Schuldgefühle.
Zwar ist diese Essstörung im Vergleich zur Anorexie und Bulimie relativ harmlos, jedoch kann die meist einseitige Lebensmittelauswahl bei der Orthorexie auch zu Mangelerscheinungen und eingeschränkter Leistungsfähigkeit führen. Zusätzlich leiden die Betroffenen häufig an falschen Vorstellungen, was „schlechtes“ Essen mit ihrem Körper anstellt. Gluten zum Beispiel verkleben in ihren Wahnvorstellungen den Körper von innen.

Hast Du das Gefühl, dass Du gerade kurz davor bist, die Kontrolle über Dein Essverhalten zu verlieren? Dann finde in unserem Test heraus, ob Du Deine Essgewohnheiten mal genauer unter die Lupe nehmen solltest.

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