• Neues Gesetz in Schweden: Sex ohne Einwilligung ist strafbar

    Es soll vor Vergewaltigung schützen

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Schwedisches Gesetz: Sex ohne Einwilligung ist strafbar

Die Schweden haben es geschafft. Nach der ganzen #MeToo-Debatte tritt ab dem 1. Juli 2018 ein neues Gesetz in Kraft: Sex ohne gegenseitige Einwilligung kann zu einer Verurteilung wegen Vergewaltigung führen. Was in der Theorie plausibel klingt, ist praktisch jedoch gar nicht so leicht umzusetzen.

Schwedisches Gesetz: Sex ohne Einwilligung ist strafbar

Bereits Ende 2017 sorgte Schweden immer wieder für Gesprächsstoff. Grund dafür war der Plan, das Sexualstrafrecht enorm zu verschärfen. Nach einigen Monaten wurde nun das neue Gesetz von dem schwedischen Parlament durchgewunken. Ab dem 1. Juli 2018 muss sich also jeder, der Sex haben möchte, ein eindeutiges "Ja" von dem Partner einholen. Sollte dies nicht stattfinden, kann es erhebliche Folgen vor Gericht haben. Nach den ganzen Diskussionen um die sexuelle Belästigung von Frauen und die #MeToo-Debatte soll das sogenannte Einwilligungsgesetz Opfer vor einer möglichen Vergewaltigung schützen. Nur eine eindeutige Einwilligung von beiden Sexualpartnern erlaubt ihnen den Geschlechtsverkehr. Dies kann verbal erfolgen, mit einem einfachen "Ja" zum Beispiel, aber auch in schriftlicher Form. Wer sich nicht an diese Regel hält, dem droht eine sofortige Gefängnisstrafe von bis zu vier Jahren.

Einwilligungsgesetz erntet starke Kritik

Doch ist es wirklich so einfach, das Gesetz zu befolgen? Kritiker sind skeptisch. Immerhin sind sie der Meinung, dass bei vielen Paaren nicht immer ein eindeutiges "Ja" oder "Nein" ausgesprochen geschweige denn unterschrieben wird. Wenn man hier also von dem "Worst Case" ausgeht und einer der Partner unglücklich verlassen wird, kann es für den anderen ganz schön übel enden. Es reicht nur eine kleine Anschuldigung, der Sex sei nicht einvernehmlich gewesen. Wurde sich nicht vorher eine schriftliche Zustimmung eingeholt, steht Aussage gegen Aussage. Noch dazu lässt die Romantik zu wünschen übrig, wenn vor dem Geschlechtsverkehr noch schnell eine Art Vertrag unterschieben werden muss. 

Es liegt somit auf der Hand, dass mit Sicherheit in den meisten Fällen diese Regelung nicht eingehalten wird. Und auch wenn wir dieses Gesetz grundsätzlich sehr gut finden, sind auch wir ein bisschen am Zweifeln. Kann man nur hoffen, dass es eine positive Auswirkung auf die Anzahl der sexuellen Übergriffe hat.

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