• Codein: Ist Hustensaft die neue Partydroge?

    Wir kennen ihn aus Zeiten, in denen Mama uns den kleinen, durchsichtigen Becher bis zur Linie vollgemacht hat! Jetzt ist er eine Droge?

weiterlesen

Ist Hustensaft die neue Partydroge?

Wir müssen zugeben: Er schmeckt ganz gut. Wir kennen ihn aus Kinderzeiten, in denen Mama uns den kleinen, durchsichtigen Becher bis zur Linie vollgemacht hat und wir ihn genüsslich getrunken haben. Das Süße daran mochten wir so gerne. Hustensaft, oder besser gesagt der Wirkstoff Codein, kann aber zur Sucht führen! Wie geht das?

hustensaft-quer

In den Songtexten bekannter Rapper hören wir immer nur eins: Codein. Rapper Bonez MC und Gzuz von der 187 Straßenbande rappen über den Hustensaft, Ufo361 und Hiyti auch. Es scheint gerade Trend zu sein.

Codein: Hustensaft als Partydroge

Da, wo der Hip Hop herkommt, da kommt auch die Droge Hustensaft her. Aus den USA. In den 1960er Jahren wurde Codein da zum ersten Mal mit Limonade gemischt und als Droge genommen. Leiter des Suchtbereichs Kinder- und Jugendpsychiatrie im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf erklärt den Wirkstoff so:

 "Durch das Opiat wird ganz viel Dopamin (ein Wohlfühltransmitter) im sogenannten Suchtgedächtnis ausgeschüttet. Das sorgt für starke Euphorie. Gleichzeitig findet aber auch eine Sedierung, also Beruhigung statt."

Sich wohlfühlen und runterkommen, das ist der Zweck der Droge Codein. Doch wie mit allen Drogen ist auch das gefährlich. 

"Das größte Problem bei Codein ist, dass es auf das zentrale Nervensystem einwirkt", sagt der Mediziner. "Das führt zu einer zentralen Atemdepression. Normalerweise würde in so einem Fall ein Schmerzreflex entstehen, der die Atmung wieder stimuliert. Weil die Schmerzrezeptoren durch das Opiat belegt sind und beeinflusst werden, kommt es aber nicht zur reflexartigen Stimulation. Dadurch kann bei einer Überdosis ein Atemstillstand eintreten."

Der Rapper Lil Wayne ist hustensaft-abhängig. Das hatte er schon in einem Interview 2008 zugegeben. Auch der Musiker „Hustensaft Jüngling“ ist es. Aber wie kommen die Leute an den rezeptpflichtigen Hustensaft? Hier in Deutschland bekommt man ihn nur vom Arzt verschrieben, doch in der Schweiz kann man ihn in jeder Apotheke kaufen. Oder über das Internet. Ursula Sellerberg, Pressesprecherin der Bundesapothekenkammer ist dem gegenüber skeptisch: 

"Wenn Sie irgendwas im Internet bestellen, ist die Gefahr groß, dass es ein gefälschtes Arzneimittel ist", sagt sie. "Rezeptpflichtige Medikamente bekommt man legal nur, wenn man auch ein Rezept hat. Wenn man das irgendwo bestellt in Hong Kong, Dubai oder Frankreich und da kein Rezept vorlegen muss, ist nicht garantiert, was drin ist.“

Doch warum nehmen so viele Rapper Hustensaft als Droge? Hustensaft-Jüngling erklärt es so: 

„Weil es für meine Musik eine wichtige Inspirationsquelle ist. Die Eindrücke sind viel stärker. Das heißt, man fühlt alles viel intensiver. Ich kann dadurch viel melodischere und harmonischere Songs machen.“

Wenn man zum Musikmachen Drogen braucht, ist es vielleicht nicht der richtige Beruf. Unsere Eltern nehmen ja auch nichts, bevor sie zur Arbeit fahren. Also Finger weg von solchen Experimenten!

"Robotripping"

Das ist der Expertenbegriff, wenn sich Jugendliche an freiverkäuflicher Medizin vergreifen und als Droge missbrauchen. Er leitet sich von dem Hustensaft "Robitussin" ab, dem kalifornischen Hustensaft, der in den USA am zweithäufigsten für einen Trip missbraucht wird. Seit 1999 sei laut Wissenschaftler der Kosmus von Hustensaft als Partydroge um über 50% gestiegen. Herkömmliche Drogen wie Ecstasy und LED sind an Popularität gesunken. Was ist nun besser? Nichts von beidem.

Mehr zum Thema Drogen:

Harte Drogen: Wirkung, Gefahren & Folgen bei Speed, Ecstasy & Heroin

Justin Bieber: Gab seine Mutter ihm Drogen?

Kim Kardashian: Das sagt sie zu den Koks-Vorwürfen

mehr zum Thema