• Coole Kampagne warnt vor regelmäßigen Alkoholkonsum

    Sie zeigt wie normal das Trinken von Alkohol mittlerweile ist

weiterlesen

Alkoholismus: Trinken gehört zum Alltag der Jugendlichen

Sommerzeit ist Party-Zeit! Für immer mehr Mädchen gehört Hochprozentiges dazu. Ist Feiern ohne Vollrausch langweilig? Dabei vergessen viele, wie schnell man eine Alkoholvergiftung bekommen kann. Wie du deiner Freundin helfen kannst, wenn sie zu viel getrunken hat, wo man Hilfe bei Alkoholproblemen bekommt sowie eine zeitgemäße Aktion, die über den regelmäßigen, fast schon selbstverständlichen Konsum aufmerksam machen will, liest du hier bei Mädchen.de nach.

Viele Jugendliche trinken regelmäßig Alkohol, ohne dass ihnen bewusst ist, wie schädlich das sein kann - vor allem in der Pubertät. Hinzu kommt das Problem, dass viele Jugendliche ihre Grenze nicht kennen oder diese ignorieren, um nicht als uncool zu gelten. Deswegen ist es auch kein Wunder, dass sie sich schnell mal eine Alkoholvergiftung zu ziehen. Was dann zu tun ist und wie auf diese "Normalität des Alkoholtrinkens" aufmerksam gemacht wird, erfahrt ihr hier. 

Coole Kampagne gegen Alkoholismus

Man könnte denken, bei Louise Delage handelt es sich um eine ganz normale junge Frau, die den Sommer in vollen Zügen genossen hat und sich ab und zu gerne mal einen kühlen Drink gönnt. Erst seit dem 1. August 2016 postete sie regelmäßig Bilder von sich im Urlaub und mit Freunden. Fotos, die einen fast sogar neidisch werden lassen können. Doch was auf den ersten Blick nicht auffällt, sind die zahlreichen alkoholischen Getränke, jedes einzelne Bild schmücken.

Nach fast zwei Monaten wurde nun bekannt, dass es sich bei Louise um ein gecastetes Mädchen handelt, die mit ihrem Instagram-Account unterschwellig auf den regelmäßigen Alkoholkonsum von Jugendlichen aufmerksam machen soll. Was anfangs noch harmlos wirkt, kann irgendwann wirklich böse enden. Es beginnt mit einem Drink pro Tag, doch schnell werden es mehrere und schon gehören sie zur Normalität des Alltags. 

Eine wirklich tolle Kampagne, die vor allem sehr anschaulich macht, dass Alkohol eine anerkannte Gesellschaftsdroge ist. Alkohol gehört bei Partys immer dazu und auch im Alltag gibt es genügend Menschen, die einfach über den Durst trinken, um ihre Sorgen zu vergessen. 133,8 Liter trinken die Deutschen jährlich, das entspricht in etwa einer Badewanne. Daher ist es an der Zeit, den Alkoholkonsum zu hinterfragen.

(Video: YouTube / Addict Aide)

Wie viel Alkohol trinkst du? Mach mit bei unserer Umfrage!

Was tun bei Alkoholvergiftung?

Komatrinken oder Binge-Drinking, also das Konsumieren großer Mengen Alkohol in möglichst kurzer Zeit, führt oft zur Bewusstlosigkeit. Dabei ist die Grenze zwischen „angeheitert“ oder betrunken zu sein und einer Alkoholvergiftung fließend. Dafür sprechen auch die aktuellen Zahlen, dass wieder mehr Jugendliche wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus landen. Hier die Risiken und Nebenwirkungen bei einer Alkoholvergfitung...

  • der Blutzuckerspiegel sinkt rapide und es kann zu einem lebensbedrohlichen Koma kommen
  • lebenswichtige Reflexe (wie Erbrechen oder Kälteempfinden) sind ausgeschaltet und es kann zum Ersticken bzw. im Winter zum Erfrieren kommen
  • ein epileptischer Anfall (Krampfanfall) kann ausgelöst werden

Falls dein/e Freund/in oder eine andere Person durch Alkoholkonsum in eine Notsituation gerät, bleib bei ihm/ihr und kümmere dich um sie/ihn. Da es oft schwierig ist, einen Alkoholnotfall richtig einzuschätzen, zögere nicht, unter der Notrufnummer 112 Hilfe zu holen! Keine Angst: Ärzte haben eine Schweigepflicht! Bis der Notarzt kommt, solltest du folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen anwenden:

  • der/dem Betroffenen beruhigend zureden
  • der/dem Betroffenen Zuckerhaltiges zu trinken geben
  • die/den Betroffenen flach hinlegen (ohne Kopfkissen), möglichst in Seitenlage und den Kopf überstrecken, damit er/sie beim Erbrechen nicht daran erstickt
  • den Zustand – besonders wenn er/sie schläft – überwachen

(Quelle: Keine Macht den Drogen)

Rat und Hilfe bei Alkoholproblemen

Du weißt, dass du ein gefährliches Spiel treibst, doch du schaffst es alleine nicht, die Finger vom Alkohol zu lassen? Hier findest du Hilfe!

Die Mehrheit der befragten Jugendlichen wünscht sich klare Regeln in Sachen Alkohol von den Eltern. Vage Ermahnungen wie „übertreib es nicht“ werden dagegen kaum ernst genommen. Schon gar nicht, wenn Mom und Dad selbst manchmal einen über den Durst trinken. Viele Eltern wissen oft auch gar nicht, wo und wie ihre Kids die Freizeit verbringen. Peter (16): „Ja, das wäre, glaube ich, schlecht, wenn sie das wissen würden. Dann dürfte ich nicht mehr hin, glaube ich … Ja, die würden mich, glaube ich, packen und nach Hause schleppen.“

Vielen ist es auch peinlich, von ihren Eltern betrunken erwischt zu werden. Dimiter (17): „Also, wie ich das erste Mal besoffen heim kam, waren sie halt ziemlich enttäuscht und am nächsten Tag habe ich mich richtig dafür geschämt, dass ich das getan habe, weil, ich finde, es ist respektlos über alles, wenn man besoffen vor seinen Eltern steht. Das kann ich gar nicht mehr… Die waren richtig enttäuscht von mir. Und das hat mir mehr wehgetan als alles andere.“

Infos & Hilfe bei Drogen- und Alkoholproblemen
Der gemeinnützige Förderverein „Keine Macht den Drogen“ bietet interessante Info-Broschüren zum Download, zum Beispiel eine „Packungsbeilage“ zum Thema Alkohol: Risiken und Nebenwirkungen. Auf www.kmdd.de findest du auch die komplette Studie „Einflussfaktoren, Motivation und Anreize zum Rauschtrinken bei Jugendlichen“ im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit.

Auch hier gibt's Rat und Hilfe:
www.bzga.de
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
www.bist-du-staerker-als-alkohol.de
Aktionsprogramm der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gegen Alkoholmißbrauch von Jugendlichen
www.mindzone.info
Initiative von jungen Partygängern zur Suchtvorbeugung bei Drogen, mit kostenloser und anonymer Online-Beratung

Alkohol:Gesetz und Realität

Jana (12), Alesio (14) und Maria (16) trinken regelmäßig. Warum sie immer wieder zu Wodka und hochprozentigen Alkoholmixgetränken greifen, erzählen sie hier!

Laut Gesetz darf Alkohol grundsätzlich nicht an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren abgegeben werden. An Jugendliche ab 16 Jahren darf er nur in geringen Mengen in Form von Bier und Wein, an Erwachsene ab 18 Jahren auch in Form von Spirituosen verkauft werden. Die Realität sieht aber anders aus: Meistens besorgen ältere Freunde, Bekannte oder Geschwister den Alkohol und teilen ihn mit den Jüngeren. Rauschtrinken ist ein Gruppenphänomen, alleine wird nur selten getrunken. Manche Cliquen verabreden sich sogar regelmäßig etwa ein Mal pro Woche oder Monat gezielt zum Trinken, zum Beispiel an öffentlichen Grünanlagen. Ein gefährlicher Spaß, der auch im Krankenhaus mit Alkoholvergiftung enden kann.

Jana (12), die Jüngste, die bei einer aktuellen Studie der Universität Tübingen, mitgemacht hat, erzählt, warum sie trinkt: „Da sind wir dann meistens alle gut gelaunt und wir reden viel, oder wir bauen ein bisschen Scheiße.“ (Gemeint sind Sachbeschädigungen.) Ihre Eltern, die ihr Alkohol vor dem 18. Lebensjahr verboten haben, wissen nichts von Janas Abstürzen. An diesen Abenden übernachtet sie einfach bei Freundinnen. Wie es mit dem Trinken weiter geht, darüber macht sich Jana keine großen Gedanken: „Es kann sein, dass ich vom Alkohol wegkomme, dass ich nicht mehr saufe. Es kann auch sein, dass es ein bisschen extremer geworden ist.“ „Spaß haben“ und „gut drauf sein“ stehen bei Alkoholexzessen an erster Stelle.

Keine Party ohne Vollrausch? Für viele ist Feiern ohne Saufgelage offenbar ziemlich öde. Andere überspielen auch ihre Schüchternheit, denn Alkohol kann Hemmungen vermindern, führt bei Überdosierung aber zu plumper, unkontrollierter Anmache. Natürlich spielt auch der Gruppenzwang eine große Rolle, man will „dazugehören“ und „ernst genommen werden“. Alesio (14): „Wenn meine Freunde was trinken, trink ich halt mit. Also ich tu es, weil sie es tun. Aber warum es die tun, weiß ich auch nicht.“

Aber nicht nur „aus Spaß“ wird getrunken, auch wenn es Probleme mit den Eltern, der Schule oder dem/der Freund/in gibt, greifen viele zur Flasche. Maria (16): „Für mich ist es einfach so, wenn ich Stress habe, trinke ich, dann ist alles wieder okay, dann beruhige ich mich.“ Obwohl Maria sich als „starkes“ Mädchen beschreibt, das sich von niemanden etwas sagen lässt, hat sie einem Menschen zuliebe ein halbes Jahr ganz aufs Trinken verzichtet: Als sie mit ihrem Freund zusammen war, der es hasste, wenn Maria betrunken war…

Auch im Forum wird über das Thema Alkohol diskutiert:

Alkoholkonsum, Regeln - Was denkt ihr?

mehr zum Thema