• Wahnsinn! Dieses Mädchen reitet mit ihrem Pferd tausende Kilometer!

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Wahnsinn! Dieses Mädchen reitet mit ihrem Pferd tausende Kilometer!

Einfach die Sachen packen, das Pferd schnappen und quer durch Deutschland reiten. Klingt verlockend, oder?

Die 18-jährige Valeska hat es gewagt! Gemeinsam mit ihrer Freundin Simone reitet sie gerade von der Schweizer Grenze an die Dänische Grenze und teilt das Abenteuer auf Instagram mit ihren 80k Followern. Wir haben mit dem Power-Girl über das Abenteuer gesprochen. Was wir von ihr gelernt haben? Auch in stürmischen Zeiten immer das Beste aus der Situation herauszuholen!

Wie war Deine Schulzeit? Wie hast Du den Schulalltag erlebt?

Die Schulzeit war eher durchwachsen für mich. Ich habe mich von der Hauptschule bis zur Fachhochschulreife samt Ausbildung als BTA (Anm. d. Red.: Biologisch-technische Assistenz) hochgekämpft. Den Ursprung fand ich in unserer wundervollen Grundschule, als ich noch mit all meinen Dorfmädels zusammen war. Danach kam ich irgendwie immer genau dort hin, wo ich nicht hinwollte. Ich wechselte durch die von Lehrern oder Schulen getroffenen Entscheidungen oft die Klassen und somit auch das Umfeld. Das Gute daran? Ich weiß jetzt, zu wem ich werden kann, was ich will und bekam daneben eine gute Vorbereitung auf alles, was noch kommt. Und nun weiß ich, was ich will: Meinen Traum realisieren und meine Leidenschaft zum Beruf machen!

Seit wann reitest Du?

Gefühlt schon immer, ich bin quasi mit unserem eigenen kleinen Ponyhof am Haus aufgewachsen und konnte so nichts dagegen tun, als mich vollkommen für die Arbeit mit Pferden zu begeistern.  

Was hat Dich dazu bewegt, quer durch Deutschland zu reiten?

Der Nervenkitzel, das Abenteuer und die Lust nach mehr! Ich sehe die Reise als Startschuss für mein neues Leben nach der Schule und der Ausbildung. Und vor allem natürlich Simone, sie ist die verrückte im Bunde, die einfach macht! Für mich persönlich begann es mit einem Traum – Dem Traum, mit meinen eigenen Pferden am Meer zu sein. Diesen Traum erzählte ich am nächsten Morgen Simone und sie sagte nur eins: „Ja, das machen wir!“ Und nun stehen wir kurz davor, zusammen mit unseren Pferden am Meer anzukommen.

Wie lange wird die Reise dauern?

Ich bin am 15.07.2018 in Heidenheim in Bayern zu Simone dazu gestoßen, damit wir die größte Strecke gemeinsam rocken können. Und nun, nach knappen 2 Monaten sind wir kurz vorm Meer. Insgesamt haben wir mittlerweile gemeinsam ungefähr 1.000 Kilometer zurückgelegt!

Mit wie vielen Pferden seid Ihr unterwegs?

Wir sind mit zwei Konik Stuten, einem Spanier und Simones Hund on Tour. 

Was haben Deine Eltern dazu gesagt?

Meine Familie war erstmal geschockt, als ich ihnen an Weihnachten davon erzählt habe. Aber: Wo ein Wille, da ein Weg! Jetzt unterstützen sie mich dabei und sind stolz auf mich.

Hast Du Heimweh?

Am Anfang schon sehr. Denn ich war in den vergangenen Jahren ja immer daheim und jetzt auf einmal nicht mehr. Und neben meiner Familie habe ich natürlich auch unsere restliche Pferdeherde vermisst. Aber mittlerweile denke ich mir: Auch wenn sie nicht körperlich anwesend sind, sind sie irgendwie bei mir. Und ich weiß ganz klar, woher ich komme und das ich irgendwann wieder zurückkehren werde.

Wie verpflegt Ihr Euch unterwegs und wo schlaft Ihr?

Wir leben sehr minimalistisch und haben momentan nicht einmal Essen, Schlafsack oder Isomatte dabei. Anfangs war das anders. Aber den unnötigen Ballast haben wir nach und nach in die Heimat geschickt, da es auf Dauer viel zu schwer für uns und die Pferde war. Und sonst kommen wir einfach so rum und merken gerade, wie unglaublich gastfreundschaftlich die Deutschen sind. Wir mussten bisher noch kein einziges Mal draußen schlafen! Und wir sind auch noch kein einziges Mal verhungert. Man kommt immer dahin, wo man hinkommen soll und lernt, dem Leben zu vertrauen. Denn je weniger Du hast, desto mehr wird Dir gegeben. Daneben helfen uns aber natürlich auch hin und wieder unsere Instagram-Freunde dabei, die richtige Unterkunft zu finden. 

Wie lange bleibt Ihr immer an einem Ort?

Das ist unterschiedlich und kann nicht geplant werden. An einem Tag laufen wir mehr, an dem anderen weniger. Es kommt ganz auf unsere Stimmung – und natürlich auch auf die der Pferde an. Und wenn es uns an einem Ort besonders gefällt, bleiben wir auch gerne mal länger.

Wie hat Dich die Reise bisher verändert?

Ich bin anspruchsloser geworden – brauche nicht viel, um zufrieden zu sein. Genauso hat sie mich mehr zu mir und dem Vertrauen ins Leben geführt und zurück ins eigene Gefühl und der Natur. 

Was war der bisher schönste Moment?

Das ist schwierig. Es gibt einfach unzählige, wunderschöne Momente. Doch das Schönste – und das klingt jetzt vielleicht blöd – ist, einfach eins mit der Natur und den Tieren zu sein.

Was war der bisher schlimmste Moment?

Nicht der schlimmste, aber emotionalste Moment, war, als mein Pferd und ich fast im Elb-Lübeck Kanal ertrunken wären. Sillero wollte trinken gehen und ich hatte es bereits gespürt, wollte ihn dort wegholen, doch es war zu spät und er fiel in den Kanal. Ende der Geschichte waren zwei Stunden Bangen um sein Leben, ein Feuerwehreinsatz und B-Schläuche, mit denen wir ihn gemeinsam mit 20 Mann rausgezogen haben. Ein Erlebnis, das für mich von einen auf den anderen Tag alles veränderte. Nun bin ich tagtäglich einfach nur dankbar, dass er bei uns ist und wir uns gut erholt haben. 

Wie bist Du darauf gekommen, Instagram als Plattform zu nutzen?

Ich habe angefangen, auf Instagram aktiv zu werden, weil ich wissen wollte, was andere über meine Pferdearbeit denken und weil mich eine gute Freundin dazu nötigte, doch endlich mal mit Instagram zu beginnen. Und nun sind eine Gemeinschaft und viele Freundschaften daraus entsprungen. Allerdings spielt die Reichweite hier keine große Bedeutung mehr. Egal, ob Du 80k Follower oder nur 200 hast – wichtig ist, dass Du die Leute mit dem berührst, was Du tust. 

Wie hilft Dir die Plattform auf der Reise?

Ich sehe Instagram als eine kleine, gemeinsame Welt, in der wir unser Leben teilen und uns gegenseitig connecten können. Durch Instagram habe ich unglaublich viele Menschen kennengelernt – unter anderem auch Simone. Und auf der Reise hilft uns Instagram natürlich auch dabei, zu zeigen, wo wir gerade sind, was wir machen – und wie ich eben schon erwähnt habe – um uns den einen oder anderen Schlafplatz zu sichern. 

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