• Pickel ausdrücken: Warum wir das Rumpulen einfach nicht lassen können

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Pickel ausdrücken: Warum wir das Rumpulen einfach nicht lassen können

Du kannst da Ausdrücken nicht lassen? Dann lies hier!

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Pickel ausdrücken

Ja, die Wahrheit ist hart. Doch manchmal sollten wir vor der Realität nicht die Augen verschließen. Wie auch, wenn der blöde Pickel knallrot mit weißem Eiter gefüllt auf unserer Nase funkelt. Leider sind wir Mädels, aber auch die Jungs im Alter von 12-17 Jahren am häufigsten betroffen. Die Hautunreinheiten können an den verschiedensten Stellen auftauchen: Am Rücken, im Gesicht, am Ohr, am Po oder im Intimbereich. Das Nervige? Sie tauchen gefühlt vor allem immer dann auf, wenn wir sie so gar nicht gebrauchen können. Vor der Konfirmation, einer coolen Party oder dem Date mit unserem Schwarm…wahhh! Zum Ausrasten! Nun ja, es hilft nichts. Beschäftigen wir uns lieber damit, wie wir die lästigen Übeltäter wieder loswerden.

Banale Ratschlage

Du weißt jetzt schon: Du wirst diesen gelblich, weißen Punkt mit roter Spitze ausdrücken. Dir sind die Risiken bewusst und Du hast sie alle schon mal erlebt: Narbenbildung, Entzündungen und Kommentare guter Freundinnen. Zudem wird Dir empfohlen: „Nein, lass den Pickel, Pickel sein. Bloß nicht ausdrücken!“ Hautärzte und Online-Ratgeber warnen vor dem Ausrücken, da die Gefahr, dass Bakterien in die Wunde gelangen und sich die Situation nur noch verschlimmert, groß ist. 

Aber warum können wir die Finger eigentlich nicht von unseren Hautunreinheiten lassen?

Bernd Algermissen, Dermatologe in Berlin meint: "Der Pickel stört uns einfach. Er ist etwas, was da nicht hingehört und was wir als eklig empfinden. Deswegen ist uns auch egal, ob das Herumdrücken hilft oder nicht. Hauptsache weg."
Zudem ist das Pickelausdrücken für uns eine Art Bedürfnis. Einer der Hauptgründe dafür, dass wir an unseren Pickeln rumdrücken, ist das Gefühl der Befriedigung, wenn wir an etwas rumknibbeln. Ähnlich wie bei Rauchern, die unruhig werden, wenn sie keine Kippe in der Hand haben. Nach dem Rauchen fühlen sie sich besser.  Der Dok. weiter: „Selbst wenn Du weißt, dass das auf lange Sicht nicht gut für Dich ist, ist es für das Hier und Jetzt eine große Erleichterung, die sich sehr gut anfühlt.“

Suchtgefahr

Gefährlich wird es dann, wenn das Ausquetschen zur Sucht wird. Der Zwang, Pickel auszudrücken, heißt „Dermatillomanie“ oder auch „Skin Picking Disorder“. Betroffenefummeln bis zu mehreren Stunden am Tag an Pickeln, Häarchen oder Krusten herum, was sich im schlimmsten Fall bis zur sozialen Isolation ausweiten kann. Laut Schätzungen sind das zum Glück nur 1,5 bis 5 Prozent. Allerdings mehr Mädchen als Jungs. 

Also Mädels: Finger weg. Spielt lieber mit einem Kugelschreiber rum, kauft Euch einen Knetball oder Flummi, um nicht an Eurer Haut rumzuspielen.

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