• Kann man seine Periode verkürzen?

    Ja! Und so geht's ganz ohne Chemie.

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Periode verkürzen: Kann man seine Menstruation verkürzen?

Manchmal können die Tage wirklich nerven – vor allem, wenn sie lange dauern. Wir haben mit Frauenärzten gesprochen und sie gefragt: Kann man wirklich seine Periode verkürzen? 

Frau hält Tampon

Nicht nur, dass wir uns oftmals mit Unterleibsschmerzen herumschlagen müssen – die Regelblutung kann auch, wenn man Pech hat, bis zu sieben Tage dauern. Und das kann echt unangenehm werden. Cool wäre es da natürlich, wenn man die Periode verkürzen könnte – und das ganz ohne Hormone. Dass nämlich die Pille die Periode verkürzen kann, ist kein Geheimnis. 

Wovon hängt die Länge der Periode eigentlich ab?

„Die Stärke der Menstruation ist abhängig von hormonellen Faktoren, die durch Körpergewicht, Ernährung, Trinkmenge, Sport, Stress und dem Allgemeinzustand bedingt sind. Stark übergewichtige Mädchen und Frauen neigen eher zu längeren und heftigeren Menstruationsblutungen, Leistungssportlerinnen und Untergewichtige zu schwächeren Blutungen bzw. zum Ausbleiben der Regelblutung, so Frauenärztin und Vorstandsmitglied des Berufverbandes der Frauenärzte Doris Scharrel.

Soweit, so verständlich. Das Sprichwort „Du bist, was du isst“ kommt nicht von ungefähr – ernähren wir uns also viel von fettigem und ungesundem Essen, bekommen wenig Schlaf, bewegen uns nicht und haben Stress, dann sind auch unsere Tage heftiger und die Gebärmutterschleimhaut wird „schlechter“ abgebaut.

Kann ich meine Periode verkürzen?

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, man schwächt die Blutung ab, sodass man dafür sorgt, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht. Oder man sorgt dafür, dass der Unterleib und auch die Schleimhaut besser durchblutet wird und das Blut so schneller abläuft.

Deswegen gibt es tatsächlich 6 Tricks, mit denen du deine Periode verkürzen, beziehungsweise die Stärke deiner Periode verringern kannst:

Tipps, damit das Blut schneller abfließt:

1. Wärme: Mithilfe von Wärme kann man den Bauch entkrampfen und so eventuell ein besseres Abfließen der Blutung erzeugen.

2. Bewegung/Sport: Normale sportliche Aktivitäten können dazu führen, dass der Unterleib besser durchblutet wird und so das Blut schneller abfließt.

3. Sex bzw. Orgasmen: Beim Orgasmus, egal ob durch Sex oder Masturbation, ziehen sich die Muskeln im Unterleib zusammen. Diese Kontraktion ermöglicht wiederum, dass das Blut schneller abgestoßen wird.

Tipps, damit sich die Gebärmutter eher zusammenzieht:

4. Kühlpackungen auf den Unterleib: Während bei den ersten drei Tipps die Idee ist, dass das Blut schneller abfließt – was leider nicht immer funktioniert –, verringern Kühlpackungen die Blutung für einige Stunden. Denn dabei zieht sich die Gebärmutter zusammen und so wird die Periode abgeschwächt.

5. Kräutertees beispielsweise aus Hirtentäschel, Frauenmantel, Schafgarbe und Melissenkraut helfen bei starken Menstruationen, müssen aber über längere Zeit verwendet werden (solche Kräutertees kann man sich in der Apotheke mischen lassen).

6. Mönchspfeffer lindert nicht nur bei täglicher Einnahme auch in der menstruationsfreien Zeit Krämpfe und Schmerzen, sondern wirkt auch zyklusregulierend. Trotzdem solltest du darauf achten, nicht zu viel Stress zu haben und dir auch mal eine Auszeit nehmen.

Wie unsere zweite Gynäkologin Dr. med. Dorothee Struck erklärt, ist es vor allem wichtig, wie sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut – das wird sogar schon drei Monate vor der Periode festgelegt! Deswegen gilt: Je besser man mit sich umgeht, desto angenehmer kann die Periode sein.

Nicht-natürliche Mittel, um die Periode zu verkürzen

Selbstverständlich gibt es auch nicht-natürliche Mittel, um die Periode zu verkürzen. Jedoch solltest du das in jedem Fall mit deinem Frauenarzt besprechen, bevor du unüberlegt in deinen Zyklus eingreifst.

Die Periode mit der Pille verkürzen

Wahrscheinlich weißt du es bereits, aber die Antibabypille kann dazu dienen, deine Periode zu verkürzen. Besonders wenn du unter starken und langanhaltenden Blutungen leidest, könntest du zusammen mit deinem Arzt in Erwägung ziehen, die Pille zu nehmen. Du nimmst sie bereits? Dann kannst du deine Periode verkürzen, indem du die siebentägige Pillenpause um eine Woche vorziehst. Höre also am besten schon nach 14 Tagen auf, die Pille zu nehmen. Deine Periode setzt dann nach wenigen Tagen ganz normal ein – bei vielen Mädchen jedoch kürzer und schwächer. Weniger als 14 Tage solltest du deine Pille jedoch auf keinen Fall nehmen – sonst gefährdest du die Verhütungssicherheit!

Wenn du die Pillenpause ausfallen lässt und die Pille einfach weiter zu dir nimmst, fällt deine Blutung komplett aus. Allerdings gibt es Mädchen, die bei dieser Maßnahme mit Nebenwirkungen zu tun haben – besprich dein Vorhaben also immer mit deinem Arzt.

Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol

Ja, richtig gelesen. Ibuprofen oder Paracetamol können nicht nur dazu dienen, Kopfschmerzen verschwinden zu lassen, sondern können auch helfen, deine Periode zu verkürzen. Damit deine Blutungen um bis zur Hälfte reduziert werden, solltest du jedoch drei- bis viermal täglich eine Tablette nehmen – ganz schön viel! Das ist also keine gute Idee und könnte einige Nebenwirkungen mit sich bringen. Falls du trotzdem darüber nachdenkst, können wir uns nur wiederholen: Sprich mit deinem Arzt!

Menstruation verkürzen: Was raus muss, muss raus!

Frau Struck verrät weiter, dass es zwar prinzipiell möglich ist, die Blutung zu schwächen und eventuell zu verkürzen – allerdings muss alles, was abzufließen hat, auch abfließen. Da hilft auch kein Drehen und Wenden - egal, ob man die Blutung abschwächt oder intensiviert. Das meiste Blut der ca. 60-90 ml verliert man übrigens in den ersten zwei Tagen, so die erste Frauenärztin Doris Scharrel.

Am Ende zählt es, wie wir mit unserem Körper die Zeit davor umgegangen sind. Und die Tipps oben können dabei helfen, wenn die Periode heftig und lange ist. Trotzdem ist das natürlich von Frau zu Frau unterschiedlich. 

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