11. März 2021
Psychische Gesundheit: 4 Mythen, die ernsthaft gefährlich sind

Psychische Gesundheit: 4 Mythen, die ernsthaft gefährlich sind

In Puncto psychische Gesundheit gibt es viele verwirrende Informationen. Zeit, die Fakten zu klären. 

Psychische Gesundheit
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Wir klären vier Mythen über psychische Gesundheit.

Gerade in Zeiten wie diesen, ist es keine Seltenheit, sich alleine oder traurig zu fühlen. Die Corona-Pandemie stellt nicht nur unseren Alltag seit einem Jahr auf den Kopf. Auch psychisch nimmt sie Ausmaße an, die vielen nicht bewusst sind. Grund genug, um frühzeitig die Warnsignale zu erkennen und zu handeln. 

Psychische Gesundheit: Die Informationen sind verwirrend

Wichtig ist: Du bist nicht allein und musst dich nicht dafür schämen, dass du dich hilflos, traurig oder einsam fühlst. Solltest du den Verdacht haben, psychische Probleme zu entwickeln, wirst du wahrscheinlich erstmal im Internet nachforschen. Du versuchst eine Erklärung für das zu finden, was du fühlst. Doch die Informationen sind oftmals verwirrend und werfen noch viele weitere Fragen in den Raum. 

Wenn alle denken, dass ich glücklich bin, bin ich dann nicht depressiv?

Begehen Jugendliche Suizid aufgrund von Mobbing?

Dies sind nur zwei der am häufigsten gesuchten Fragen zum Thema psychische Gesundheit. Im folgenden entlarven wir vier Mythen über psychische Gesundheit, die unbedingt verschwinden müssen.

1. Wenn niemand bemerkt, dass es mir schlecht geht, bin ich nicht depressiv – FALSCH

Es gibt Menschen, die können ihr Wohlbefinden besser verbergen als andere. Nur weil deine Familie und Freunde nicht bemerken, dass es dir schlecht geht, heißt das nicht, dass es dir psychisch gut geht. So gibt es Menschen, die Dinge eher in sich hinein fressen und introvertiert sind. Genauso gibt es extrovertierte Menschen, die ihre Gefühle frei zur Schau stellen. Zusammengefasst: Lass dich nicht davon beirren, wenn niemand bemerkt, was mit dir los ist. Das macht dein Inneres nicht weniger wichtig. Wenn du dich langfristig depressiv fühlst, ist es wichtig, mit einem*einer Arzt*Ärztin oder deinen Eltern zur reden.

2. Eine*n depressive*n Freund*in fallen zu lassen ist in Ordnung – RICHTIG/FALSCH

Du merkst, dass es deinem*deiner besten Freund*in nicht gut geht? Das kann eure Freundschaft durchaus beeinträchtigen. Hier steht euer beider Wohlbefinden im Vordergrund. In erster Linie musst du natürlich auf dich selbst aufpassen. Wenn du bemerkst, dass auch du stark unter der Situation leidest, ist es völlig richtig, dich zurückzuziehen. Hier geht es aber vor allem um die Art und Weise. Dein*e Freund*in sollte sich nicht im Stich gelassen fühlen. Erkläre, dass du gerade nur schwer mit der Situation klarkommst und etwas Abstand brauchst, aber natürlich trotzdem für ihn*sie da bist. Das ist keine Kündigung der Freundschaft – schließlich sollte eine gute Freundschaft auch schwere Zeiten überdauern. Trotzdem ist es wichtig, die Gedanken und Gefühle zu äußern und sich Schwächen einzugestehen. 

3. Mobbing ist der Hauptgrund, warum Teenager durch Selbstmord sterben – FALSCH

Die Annahme ist nicht ganz richtig. Selbstmord ist in den seltensten Fällen das Ergebnis einer einzigen Sache. Natürlich kann es sein, dass Mobbing der Tropfen auf dem heißen Asphalt in einer Reihe von schlechten Dingen ist, was dazu führt, über Selbstmord nachzudenken. Damit ist Mobbing natürlich nicht weniger schlimm, als andere Schicksalsschläge. Aber auch hier ist die Lösung: Eine gezielte Behandlung kann die geistige Gesundheit fördern, um den Weg ins glückliche Leben zurückzufinden.

4. Eine Depression ist ansteckend – RICHTIG/FALSCH

Eine Depression ist natürlich keine hochansteckende Krankheit. Experten sind sich jedoch einig, dass Gefühle bis zu einem gewissen Grad ansteckend sind. Verbringst du sehr viel Zeit mit jemandem, der depressiv ist, könntest du dich ebenfalls niedergeschlagen fühlen. Dies schließt an Punkt zwei an. Wenn du merkst, dass auch du unter der Situation leidest solltest du mit der Person, aber auch mit einem*einer Arzt*Ärztin darüber reden.

Wenn du oder jemand, den du kennst, Hilfe benötigt, dann kannst du die NummergegenKummer unter der Telefonnummer 116 111 anrufen oder deren Website besuchen.

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